Die Kämpfe in Libyen gehen weiter. Nur wenige Stunden nach der Ausrufung einer weiteren Waffenruhe griff das libysche Militär erneut die Rebellenhochburg Bengasi an. Das US-Militär verkündete aber eine positive Kampfbilanz. „Der Vormarsch der Truppen sei vorerst gestoppt.“, so ein Sprecher des Pentagon. Das britische Einsatzkommando berichtet schon am späten Nachmittag von einem beinah ausgeschalteten Flugabwehrsystem.

Chamies al-Gaddafi, Sohn des libyschen Diktators, sei derweil in einem Krankenhaus in Tripolis an den Folgen schwerer Brandverletzungen gestorben, hieß es in den Berichten. Diese habe er erlitten, als ein Pilot der libyschen Luftwaffe vor einigen Tagen mit seinem Kampfjet absichtlich auf den Stützpunkt Bab al-Asisija stürzte, in dem Gaddafi und seine Familie leben. Der Pilot sei in den Stützpunkt geflogen, der in der vergangenen Nacht auch Ziel eines Angriffs der westlichen Allianz zur Durchsetzung des Flugverbotes war. Gaddafi schwor schon Stunden nach dem Tod „blutige Rache“, gegen die Alliierten und ihre Verbündeten. Er zog sogar den Abschuss von Ferienfliegern in Betracht. Die allgemeine Medienwelt reagierte entsetzt.

Der britische Generalstabschef David Richards äußerte sich derweil zu den Vermutungen der Angriff gälte allein Gaddafi. Er erklärte ein britischer Militärangriff zur Tötung des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi sei auszuschließen. Der Diktator gehöre „absolut nicht” zu den Zielen der britischen Streitkräfte, sagte er am Montag der BBC. Weder die UN-Resolution 1973 erlaube dies, noch bringe es diesen Einsatz weiter. Der Einsatz diene ausschließlich dem Schutz von Zivilisten. Somit unterstützt er die schon am Morgen verkündete Parole seines amerikanische Kollegen und Oberbefehlshaber der Koalitionsgruppe US-General Carter Ham.

Letzte Meldungen aus Libyen liegen zwischen 18 und 19:30 Uhr europäischer Zeit. Es gibt keine außergewöhnlichen Vorkommnisse.

Autor: Nils Wischmeyer